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Industrietor

Industrietor ist der Oberbegriff für großformatige, meist kraftbetätigte Tore an Gewerbe- und Produktionsbauten, zu denen Rolltore, Sektionaltore, Schnelllauftore und Falttore zählen.

Industrietor ist der Oberbegriff für großformatige, meist kraftbetätigte Tore an Gewerbe-, Logistik- und Produktionsbauten, unter den die wichtigsten Bauarten Rolltor, Sektionaltor, Schnelllauftor und Falttor fallen. Sie alle verschließen Hallen- und Verladeöffnungen, unterscheiden sich aber grundlegend in Öffnungsprinzip, Geschwindigkeit, Dämmwirkung und Platzbedarf. Das Schnelllauftor ist dabei die Bauart, die auf maximale Geschwindigkeit und Klimatrennung optimiert ist.

Die wichtigsten Bauarten

Vier Bauarten prägen den Markt für Industrietore. Das Rolltor rollt einen Lamellenpanzer auf eine Wickelwelle über dem Sturz und punktet mit Einbruchschutz und geringem Platzbedarf. Das Sektionaltor führt gedämmte Paneele unter die Decke und bietet die beste Dämmung. Das Falttor faltet sein Torblatt seitlich an die Wand und eignet sich für sehr große Öffnungen. Das Schnelllauftor nutzt einen flexiblen Behang und erreicht damit die höchsten Öffnungsgeschwindigkeiten.

Jede Bauart hat ihre Domäne. Wo dauerhafte Dichtheit und Dämmung zählen, ist das Sektionaltor stark; wo Einbruchschutz im Vordergrund steht, das Rolltor; wo große Flächen zu schließen sind, das Falttor; und wo häufiger, schneller Durchgangsverkehr abgewickelt wird, das Schnelllauftor.

Was das Schnelllauftor besonders macht

Innerhalb der Industrietore nimmt das Schnelllauftor eine Sonderstellung ein, weil es auf Geschwindigkeit ausgelegt ist. Während klassische Roll- und Sektionaltore mit etwa 0,1 bis 0,2 m/s öffnen, erreicht ein Schnelllauftor Öffnungsgeschwindigkeiten von 1,5 bis 3 m/s. Möglich wird das durch den leichten Gewebebehang und einen über Frequenzumrichter geregelten Antrieb, der das Tor sanft beschleunigt und wieder abbremst.

Diese Geschwindigkeit hat einen unmittelbaren betrieblichen Nutzen: Je kürzer die Toröffnung offen steht, desto weniger Wärme, Kälte, Staub oder Zugluft werden zwischen zwei Zonen ausgetauscht. An stark befahrenen Durchfahrten verbessert ein Schnelllauftor so die Klimatrennung und beschleunigt den innerbetrieblichen Verkehr. Schnelllauftore werden als Innentore, als Außentore und in spezialisierten Varianten wie dem Tiefkühltor eingesetzt.

Antrieb und Steuerung

Allen kraftbetätigten Industrietoren gemeinsam ist ein Torantrieb aus Motor und Steuerung. Beim Schnelllauftor übernimmt der Frequenzumrichter die geregelte Beschleunigung, beim Sektionaltor sorgt eine Federwelle für den Gewichtsausgleich des schweren Torblatts. Die Steuerung verbindet das Tor mit Auslöseelementen wie Zugschaltern, Funkfernbedienungen, Induktionsschleifen oder Radarmeldern, die das Tor je nach Verkehrssituation automatisch öffnen.

Sicherheit und Normen

Kraftbetätigte Industrietore fallen unter die EN 13241, ergänzt durch die EN 12453 für die Sicherheit im Betrieb und die EN 12424 für die Windlast. Sie schreiben unter anderem vor, dass keine gefährlichen Schließkräfte auftreten dürfen. Schließkantensicherungen, Lichtgitter und Lichtschranken setzen das im Tagesbetrieb um, unabhängig von der gewählten Bauart.

Hinzu kommen betreiberseitige Pflichten: Ortsveränderliche und kraftbetätigte Tore sind regelmäßig durch eine befähigte Person prüfen zu lassen, die elektrischen Anlagen zusätzlich nach DGUV Vorschrift 3. In Arbeitsstätten regelt die ASR A1.7 den sicheren Betrieb von Türen und Toren, etwa Anforderungen an Sichtverbindungen, Notentriegelung und Quetschschutz. Damit ist die Sicherheit eines Industrietors nicht allein eine Frage der Konstruktion, sondern auch der ordnungsgemäßen Wartung über die gesamte Nutzungsdauer.

Platzbedarf und Einbausituation

Welche Bauart sich an einer Öffnung realisieren lässt, hängt stark vom verfügbaren Platz ab. Das Rolltor und das Schnelllauftor benötigen über dem Sturz Raum für die Welle, weshalb die Sturzhöhe eine zentrale Rolle spielt. Das Sektionaltor braucht Deckenraum für die waagerecht laufende Schiene, das Falttor dagegen seitliche Wandfläche. Eng wird es, wenn mehrere Tore nebeneinander liegen oder Einbauten den Seitenraum begrenzen. Eine frühzeitige Aufnahme der Einbausituation verhindert, dass eine an sich passende Bauart am Platz scheitert.

Energie und Wirtschaftlichkeit

Über Sicherheit und Platz hinaus spielt die Energiebilanz eine wachsende Rolle. Jede länger geöffnete Toröffnung tauscht Wärme, Kälte oder konditionierte Luft mit der Umgebung aus. Hier liegt der wirtschaftliche Hebel des Schnelllauftors: Weil es nur Sekunden offen steht, sinkt der Energieverlust an häufig befahrenen Durchfahrten spürbar. In Kombination mit einem gedämmten Außentor verbessert das die Energieeffizienz der gesamten Halle. Die langsameren, aber dichteren Bauarten tragen ihren Teil über einen guten U-Wert bei. Welche Lösung sich rechnet, ist letztlich eine Abwägung zwischen Anschaffung, Energieeinsparung und Verkehrsaufkommen.

Auswahl der richtigen Bauart

Die Wahl des passenden Industrietors richtet sich nach Frequenz, Dämmbedarf, Sicherheitsanforderung und verfügbarem Platz. Häufig kommen mehrere Bauarten kombiniert zum Einsatz, etwa ein gedämmtes Sektionaltor als äußerer Wetterabschluss mit einem innenliegenden Schnelllauftor für den Durchgangsverkehr.

Wer die Anforderungen einer konkreten Öffnung kennt, kann die passende Lösung über den Konfigurator zusammenstellen. Welche Maße möglich sind, zeigt die Übersicht zu den Größen, typische Einsatzfälle finden sich unter Anwendung, und die laufende Pflege beschreibt der Bereich Reparatur und Wartung.

Verwandte Begriffe

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Häufige Fragen

Welche Arten von Industrietoren gibt es?

Die wichtigsten Bauarten sind Rolltor, Sektionaltor, Schnelllauftor und Falttor. Sie unterscheiden sich in Öffnungsprinzip, Geschwindigkeit, Dämmung und Platzbedarf.

Ist ein Schnelllauftor ein Industrietor?

Ja. Das Schnelllauftor ist eine Bauart des Industrietors, die speziell auf hohe Öffnungsgeschwindigkeit und Klimatrennung an häufig befahrenen Durchfahrten ausgelegt ist.

Welche Norm gilt für Industrietore?

Kraftbetätigte Industrietore fallen unter die EN 13241 mit der ergänzenden EN 12453 für die Sicherheit und der EN 12424 für die Windlast.

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