Glossar
Federwelle
Die Federwelle ist eine mit Torsionsfedern bestückte Welle, die das Eigengewicht des Torblatts ausgleicht und so den Antrieb entlastet.
Die Federwelle ist eine mit Torsionsfedern bestückte Welle oberhalb der Toröffnung, die das Eigengewicht des Torblatts ausgleicht und so den Antrieb entlastet. Sie kommt vor allem bei schweren Torblättern wie denen von Sektional- und Rolltoren zum Einsatz, wo der Gewichtsausgleich darüber entscheidet, ob sich das Tor leichtgängig und sicher bewegen lässt. Bei leichten Schnelllauftoren mit Gewebebehang spielt die Federwelle eine geringere Rolle.
Funktionsprinzip
Auf der Federwelle sitzen eine oder mehrere Torsionsfedern, die beim Schließen des Tors aufgewunden werden und dabei mechanische Energie speichern. Beim Öffnen geben sie diese Energie wieder ab und unterstützen die Aufwärtsbewegung des Torblatts. Das Prinzip ist ein Gewichtsausgleich: Die Federkraft ist so abgestimmt, dass sie das Gewicht des Torblatts in jeder Position weitgehend kompensiert.
Dadurch muss der Torantrieb nicht das volle Gewicht der Paneele oder Lamellen heben, sondern nur die Reibung in den Führungen und die Kräfte zur Beschleunigung überwinden. Das reduziert die erforderliche Motorleistung, schont die Mechanik und macht das Tor auch im Handbetrieb über eine Notöffnung bewegbar.
Abgrenzung zur Wickelwelle
Die Federwelle wird häufig mit der Wickelwelle verwechselt, erfüllt aber eine andere Aufgabe. Die Wickelwelle nimmt beim Öffnen den Behang oder Panzer auf und rollt ihn auf. Die Federwelle dagegen dient dem Gewichtsausgleich. Bei manchen Bauarten sind beide Funktionen in einer Welle vereint, bei anderen getrennt ausgeführt.
Beim klassischen Sektionaltor übernimmt die Federwelle den Gewichtsausgleich des schweren, gegliederten Torblatts, das über Seile und Trommeln mit der Welle verbunden ist. Beim Rolltor kann eine Federunterstützung den schweren Lamellenpanzer beim Aufrollen ausgleichen. Beim Schnelllauftor dagegen ist der Behang so leicht, dass meist auf eine separate Federwelle verzichtet wird und eine reine Wickelwelle genügt.
Bedeutung beim Schnelllauftor
Gerade dieser Unterschied erklärt, warum Schnelllauftore so schnell laufen können. Der leichte Gewebebehang erfordert keinen aufwendigen Gewichtsausgleich; der Antrieb kann ihn ohne Federunterstützung direkt beschleunigen. In Verbindung mit einem Frequenzumrichter erreicht das Tor so Öffnungsgeschwindigkeiten von 1,5 bis 3 m/s. Ein schweres, federausgeglichenes Torblatt ließe sich nicht in dieser Geschwindigkeit bewegen, ohne die Federn und die Mechanik zu überlasten.
Die Federwelle ist damit charakteristisch für die langsameren, dichteren Bauarten, während das Schnelllauftor mit seiner reinen Wickelwelle auf Tempo setzt. Wer beide Prinzipien vergleicht, versteht den grundlegenden Zielkonflikt zwischen Geschwindigkeit und Gewicht im Torbau.
Sicherheit und Wartung
Torsionsfedern stehen unter erheblicher Spannung. Ein Federbruch kann dazu führen, dass das Torblatt unkontrolliert absackt. Deshalb sind federausgeglichene Tore mit Federbruchsicherungen ausgestattet, die das Torblatt im Schadensfall festhalten. Das Spannen und Lösen der Federn darf ausschließlich von fachkundigem Personal vorgenommen werden, weil die gespeicherte Energie bei unsachgemäßer Handhabung zu schweren Verletzungen führen kann.
Als sicherheitsrelevantes Bauteil unterliegt die Federwelle der regelmäßigen Prüfung. Federn sind Verschleißteile mit begrenzter Lastspielzahl; ihre Funktion und ihr Zustand werden im Rahmen der wiederkehrenden Wartung kontrolliert. Diese Prüfungen sind Bestandteil der Anforderungen kraftbetätigter Tore nach EN 13241.
Federarten und Lebensdauer
Bei der Federwelle kommen meist Torsionsfedern zum Einsatz, die auf eine bestimmte Anzahl von Lastspielen ausgelegt sind. Jeder Öffnungs- und Schließvorgang beansprucht die Feder; mit zunehmender Zyklenzahl lässt die Federkraft nach. Tore mit hoher Taktung verschleißen ihre Federn entsprechend schneller, weshalb für stark genutzte Tore Federn mit erhöhter Lastspielzahl gewählt werden. Lässt die Federkraft nach, gerät der Gewichtsausgleich aus dem Gleichgewicht: Das Torblatt wird schwerer zu heben, der Antrieb stärker belastet, und im Handbetrieb fällt das Tor schwerer. Eine nachlassende oder gebrochene Feder ist deshalb ein klares Wartungssignal. Genau dieser Verschleißpunkt entfällt beim Schnelllauftor, das ohne Gewichtsausgleichsfedern auskommt – ein Grund, warum es bei hoher Taktung weniger wartungsintensiv im Bereich des Gewichtsausgleichs ist.
Praxis
Ob ein Tor eine Federwelle benötigt, ergibt sich aus Bauart und Gewicht des Torblatts. Schwere, gedämmte Bauarten profitieren vom Federausgleich, leichte Gewebetore kommen ohne ihn aus. Welche Bauart und Mechanik zu einer konkreten Durchfahrt passt, lässt sich über den Konfigurator klären. Welche Maße möglich sind, zeigt die Übersicht zu den Größen, und die laufende Pflege beschreibt der Bereich Reparatur und Wartung.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Wofür dient die Federwelle an einem Tor?
Die Torsionsfedern auf der Welle speichern beim Schließen Energie und geben sie beim Öffnen wieder ab. Dadurch gleichen sie das Gewicht des Torblatts aus, sodass der Antrieb nur Reibung und Beschleunigung überwinden muss.
Haben Schnelllauftore eine Federwelle?
Klassische Schnelllauftore mit leichtem Gewebebehang kommen meist ohne Gewichtsausgleichsfedern aus und arbeiten mit einer reinen Wickelwelle. Sektional- und Rolltore mit schwerem Torblatt nutzen dagegen die Federwelle.
Warum sind Federn an Toren sicherheitsrelevant?
Die Federn stehen unter hoher Spannung. Bei einem Federbruch könnte das Torblatt absacken. Federbruchsicherungen und das Verbot, gespannte Federn ohne Fachkenntnis zu lösen, sind deshalb wichtige Sicherheitsmaßnahmen.
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