Glossar

Rolltor

Ein Rolltor ist ein Industrietor, dessen Panzer aus gelenkig verbundenen Lamellen besteht und beim Öffnen auf eine Welle über dem Sturz aufgerollt wird.

Ein Rolltor ist ein Industrietor, dessen Torpanzer aus waagerecht gegliederten, gelenkig verbundenen Lamellen besteht, der beim Öffnen auf eine Welle oberhalb des Sturzes aufgerollt wird. Es zählt zu den klassischen Bauarten für Hallen- und Hofzufahrten und überzeugt durch Robustheit, Einbruchschutz und einen platzsparenden Aufbau – läuft jedoch deutlich langsamer als ein Schnelllauftor.

Aufbau und Funktion

Der Panzer eines Rolltors setzt sich aus einzelnen Lamellen oder Profilen zusammen, die ineinandergreifen und sich beim Aufrollen flexibel um die Wickelwelle legen. Die Lamellen bestehen meist aus Stahl oder Aluminium, bei doppelwandigen Profilen mit ausgeschäumtem Kern für etwas bessere Dämmung. Seitliche Führungsschienen halten den Panzer in Position und nehmen Winddruck auf. Angetrieben wird das Tor über einen Torantrieb, der die Welle dreht und so den Panzer auf- und abwickelt.

Da der gesamte Panzer oberhalb der Öffnung aufgerollt wird, braucht das Rolltor keinen Deckenraum für eine waagerecht laufende Schiene wie das Sektionaltor. Es benötigt lediglich Platz für die Wickelwelle über dem Sturz und schmale seitliche Führungen. Das macht es auch für Öffnungen mit begrenztem Seitenraum interessant.

Abgrenzung zum Schnelllauftor

Das klassische Rolltor ist auf Stabilität und Sicherheit ausgelegt, nicht auf Geschwindigkeit. Ein Stahllamellen-Rolltor öffnet typischerweise mit rund 0,1 bis 0,2 m/s. Der schwere Panzer lässt sich nicht beliebig beschleunigen, ohne Mechanik und Lager zu überlasten. Ein Schnelllauftor erreicht über einen flexiblen Behang und einen geregelten Antrieb dagegen Öffnungsgeschwindigkeiten von 1,5 bis 3 m/s.

Eine eigene Zwischenform ist das Schnelllaufrolltor: Es übernimmt das Aufrollprinzip des klassischen Rolltors, nutzt aber einen leichteren Panzer und einen über Frequenzumrichter geregelten Antrieb, um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen. Damit verbindet es die Robustheit der Lamellenbauweise mit einem Teil der Schnelligkeit eines Gewebebehang-Tors.

Einbruchschutz und Stabilität

Die große Stärke des Rolltors ist sein Widerstand gegen Aufbruchversuche. Stabile Stahl- oder Aluminiumprofile, eine seitliche Hintergreifung in der Führung und eine Hochschiebesicherung erschweren das gewaltsame Anheben des Panzers von außen erheblich. Damit eignet sich das Rolltor als Außenabschluss für Lagerhallen, Tiefgaragen und sicherheitsrelevante Bereiche, in denen ein flexibler Gewebebehang zu leicht überwindbar wäre.

Auch gegen Wind ist der starre Lamellenpanzer von Natur aus widerstandsfähig. Wie viel Winddruck ein Tor aufnimmt, beschreibt die Windlastklasse nach EN 12424; bei Rolltoren begünstigen die formstabilen Profile in Verbindung mit kräftigen Führungen gute Werte. Das macht das Rolltor zu einer robusten Wahl für exponierte Gebäudeseiten.

Sicherheit und Normen

Als kraftbetätigtes Tor erfüllt das Rolltor die Anforderungen der EN 13241 und der EN 12453. Der untere Panzerabschluss ist mit einer Schließkantensicherung versehen, die ein Hindernis erkennt und den Schließvorgang stoppt. Federbruch- und Fangvorrichtungen verhindern ein unkontrolliertes Absacken des Panzers. Für den Notfall lässt sich das Tor über eine Notöffnung auch bei Stromausfall bewegen.

Dämmung und Klimatrennung

Ein klassisches Rolltor aus einschaligen Stahllamellen dämmt nur wenig. Für temperaturgeführte Bereiche kommen deshalb doppelwandige Profile mit ausgeschäumtem Kern zum Einsatz, die den U-Wert verbessern, ihn aber nicht auf das Niveau eines gedämmten Sektionaltors heben. Wo dauerhafte Dichtheit und Klimatrennung im Vordergrund stehen, ist das Rolltor daher nicht die erste Wahl. Seine Domäne bleibt der robuste, einbruchhemmende Abschluss. Für die schnelle Trennung zweier Klimazonen im laufenden Betrieb ist dagegen ein Schnelllauftor besser geeignet, das durch kurze Öffnungszeiten den Luftaustausch begrenzt.

Platzbedarf und Einbau

Ein praktischer Vorteil des Rolltors ist sein geringer Platzbedarf. Da der Panzer vollständig auf die Welle über dem Sturz aufgerollt wird, braucht es weder Deckenraum für eine waagerecht laufende Schiene wie das Sektionaltor noch seitliche Wandfläche wie das Falttor. Erforderlich ist lediglich ausreichende Sturzhöhe für den Wickel und schmaler Seitenraum für die Führungen. Das macht das Rolltor zu einer guten Wahl für Öffnungen mit beengten Anschlüssen, etwa wenn unter der Decke bereits Leitungen, Krananlagen oder Lüftungstechnik verlaufen. Bei sehr niedrigem Sturz kommen platzsparende Wickelvarianten infrage; reicht der Raum nicht aus, ist eine andere Bauart zu prüfen. Welche Maße in welcher Einbausituation möglich sind, zeigt die Übersicht zu den Größen.

Einsatzbereiche und Auswahl

Rolltore sind die richtige Wahl, wenn Einbruchschutz, Robustheit und ein platzsparender Aufbau im Vordergrund stehen und die Öffnungshäufigkeit moderat bleibt. An Toren mit hohem Durchgangsverkehr, wo kurze Öffnungszeiten und Klimatrennung zählen, ist dagegen ein Schnelllauftor oder ein Schnelllaufrolltor die bessere Lösung.

Wie sich das Rolltor in das Spektrum der Tortypen einordnet, zeigt der Beitrag zum Industrietor; die Abgrenzung zum gedämmten Sektionaltor und zum seitlich öffnenden Falttor hilft bei der Auswahl. Mögliche Maße zeigt die Übersicht zu den Größen, typische Einsatzfälle finden sich unter Anwendung. Wer eine konkrete Zufahrt plant, kann die passende Variante über den Konfigurator zusammenstellen, und die laufende Pflege beschreibt der Bereich Reparatur und Wartung.

Verwandte Begriffe

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Rolltor und Schnelllaufrolltor?

Ein klassisches Rolltor aus Stahllamellen läuft mit etwa 0,1 bis 0,2 m/s langsam und ist auf Stabilität und Einbruchschutz ausgelegt. Ein Schnelllaufrolltor nutzt einen leichteren Panzer und erreicht deutlich höhere Geschwindigkeiten.

Bietet ein Rolltor Einbruchschutz?

Ja. Stabile Stahl- oder Aluminiumlamellen, Hochschiebesicherungen und seitliche Führungen machen das Rolltor zu einem widerstandsfähigen Außenabschluss, der sich von außen nur schwer öffnen lässt.

Wie viel Platz braucht ein Rolltor über der Öffnung?

Über dem Sturz muss Raum für die Wickelwelle und den aufgerollten Panzer vorhanden sein. Dafür benötigt das Rolltor seitlich nur die Führungsschienen und kommt mit wenig Deckenraum aus.

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