Glossar
EN 12453
EN 12453 ist die europäische Norm für die Nutzungssicherheit kraftbetätigter Tore. Sie legt fest, welche zulässigen Schließkräfte gelten und welche Schutzeinrichtungen ein Tor je nach Bedienart und Nutzergruppe benötigt.
EN 12453 ist die europäische Norm für die Nutzungssicherheit kraftbetätigter Tore. Sie legt fest, welche zulässigen Schließkräfte gelten und welche Schutzeinrichtungen ein Tor je nach Bedienart und Nutzergruppe benötigt. Damit konkretisiert sie einen zentralen Teilbereich der übergeordneten Produktnorm EN 13241.
Was die Norm regelt
Im Zentrum der EN 12453 steht der Schutz von Personen vor den Gefahren, die ein kraftbetätigtes Tor während des Öffnens und Schließens mit sich bringt. Dazu zählen Quetsch-, Scher-, Stoß- und Einzugsgefahren an den Schließkanten und an beweglichen Teilen. Die Norm beschreibt, wie diese Gefährdungen bewertet werden und mit welchen Maßnahmen sie auf ein zulässiges Maß zu begrenzen sind.
Ein wesentlicher Bestandteil sind die zulässigen Betätigungskräfte an der Hauptschließkante. Trifft ein Tor auf ein Hindernis, dürfen bestimmte Kraft- und Zeitgrenzwerte nicht überschritten werden. Überschreitet das Tor diese Werte nicht oder stoppt und reversiert es rechtzeitig, gilt der Kontakt als sicher beherrscht. Diese Grenzwerte sind die messtechnische Grundlage, an der die Schließkantensicherung eines Schnelllauftors ausgerichtet wird.
Bedien- und Nutzungsarten
Die EN 12453 differenziert die Anforderungen danach, wie das Tor bedient wird und wer es nutzt. Entscheidend ist zunächst die Auslöseart. Ein Tor mit Totmannsteuerung, das nur bei gehaltenem Taster und unter ständiger Sicht fährt, stellt geringere Anforderungen als ein impulsgesteuertes oder automatisches Tor, das selbsttätig öffnet und schließt. Je selbständiger der Betrieb, desto höher das Schutzniveau, das die Norm verlangt.
Zweitens unterscheidet die Norm nach der Nutzergruppe. Ein Tor, das ausschließlich von eingewiesenen Personen bedient wird, unterliegt anderen Anforderungen als ein Tor in einem Bereich mit allgemeinem Publikumsverkehr. Schnelllauftore arbeiten häufig vollautomatisch mit sensorgesteuerter Auslösung über Induktionsschleife, Radarmelder oder Zugangssysteme. Sie fallen damit regelmäßig in die Kategorien mit den höchsten Schutzanforderungen.
Schutzeinrichtungen nach EN 12453
Aus der Kombination von Auslöseart und Nutzergruppe ergibt sich, welche Schutzeinrichtungen erforderlich sind. Bei vollautomatischen Schnelllauftoren ist das typischerweise ein gestuftes Konzept aus vorausschauender und kontaktbasierter Sicherung. Ein Lichtgitter oder eine Lichtschranke überwacht den Durchfahrtsbereich berührungslos und verhindert, dass das Tor auf eine Person zufährt. Kommt es dennoch zum Kontakt, sorgt die Schließkantensicherung dafür, dass das Tor sofort stoppt und reversiert.
Dieses zweistufige Prinzip aus Erkennen und Reagieren entspricht dem Stand der Technik. Die hohe Öffnungsgeschwindigkeit eines Schnelllauftors verlangt dabei eine besonders sorgfältige Abstimmung von Antrieb, Kraftbegrenzung und Sensorik, damit die Reaktionszeit auch bei schneller Bewegung ausreicht.
Bedeutung für den Betreiber
Die EN 12453 betrifft zunächst die Auslegung und Inverkehrbringung durch den Hersteller. Für den Betreiber ergibt sich daraus jedoch eine dauerhafte Verantwortung. Die Sicherheitseinrichtungen müssen über die gesamte Nutzungsdauer funktionsfähig bleiben und ihre Wirksamkeit ist regelmäßig zu überprüfen. Vorgaben dazu liefern die Arbeitsstättenregel ASR A1.7 und die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften.
In der Praxis bedeutet das eine mindestens jährliche Prüfung durch eine befähigte Person, bei der unter anderem die Einhaltung der zulässigen Schließkräfte und die korrekte Auslösung der Schutzeinrichtungen kontrolliert werden. Die zugehörigen Arbeiten beschreibt der Bereich Reparatur und Wartung.
Einordnung im Normengefüge
Die EN 12453 steht nicht für sich allein, sondern ist Teil eines Normenpakets rund um die Produktnorm EN 13241. Während die EN 13241 das fertige Produkt mit allen Leistungsmerkmalen beschreibt und die Grundlage für die CE-Kennzeichnung bildet, deckt die EN 12453 gezielt die Nutzungssicherheit ab. Weitere Normen regeln ergänzende Aspekte wie Windwiderstand oder mechanische Anforderungen.
Für den Anwender bedeutet die Norm vor allem Verlässlichkeit: Ein nach EN 12453 ausgelegtes Tor begrenzt die Schließkräfte nachweislich und verfügt über die für seinen Einsatz vorgeschriebenen Schutzeinrichtungen. Welche Ausführung zum jeweiligen Einsatzfall passt, lässt sich über den Konfigurator eingrenzen. Einen allgemeinen Überblick zur Technik und Sicherheit bietet die Hauptseite Schnelllauftor, typische Einsatzfälle zeigt der Bereich Anwendung.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Was regelt die EN 12453?
Die EN 12453 regelt die Nutzungssicherheit kraftbetätigter Tore. Sie definiert zulässige Schließkräfte an den Schließkanten und schreibt je nach Bedienart und Nutzergruppe die erforderlichen Sicherheitseinrichtungen vor.
Wie hängen EN 12453 und EN 13241 zusammen?
Die EN 13241 ist die übergeordnete Produktnorm für Tore. Die EN 12453 konkretisiert davon den Teilaspekt der Nutzungssicherheit, also Schließkräfte und Schutzeinrichtungen kraftbetätigter Tore.
Welche Schutzeinrichtungen verlangt die EN 12453 bei Schnelllauftoren?
Vollautomatische Schnelllauftore benötigen in der Regel eine Schließkantensicherung an der Unterkante sowie eine berührungslose Überwachung wie ein Lichtgitter. Je selbständiger das Tor arbeitet, desto umfangreicher müssen die Schutzeinrichtungen sein.
Schnelllauftor konfigurieren und anfragen
Maße, Behang, Antrieb und Zubehör in wenigen Schritten zusammenstellen. Sie erhalten ein unverbindliches Angebot.