Glossar

EN 12424

EN 12424 ist die europäische Norm für den Windwiderstand von Toren. Sie definiert die Windlastklassen 0 bis 5 und ordnet jedem Tor eine Klasse zu, die angibt, welchem Winddruck der Behang ohne unzulässige Verformung standhält.

EN 12424 ist die europäische Norm für den Windwiderstand von Toren. Sie definiert die Windlastklassen 0 bis 5 und ordnet jedem Tor eine Klasse zu, die angibt, welchem Winddruck der Behang ohne unzulässige Verformung standhält. Die Norm ist über die Produktnorm EN 13241 eingebunden und liefert die Grundlage für die Angabe der Windlastklasse.

Was die Norm prüft

Die EN 12424 beschreibt ein standardisiertes Prüfverfahren, bei dem das geschlossene Tor einem definierten Winddruck ausgesetzt wird. Geprüft wird, wie stark sich der Behang unter dieser Last durchbiegt und ob das Tor seine Funktion und Dichtigkeit behält. Entscheidend ist, dass der Behang in der Laufschiene bleibt und nicht aus der Führung gedrückt wird. Auf Basis dieser Prüfung wird das Tor einer der Windlastklassen zugeordnet.

Der Winddruck wird in der Norm in Druckstufen abgebildet, die mit steigender Klasse höhere Belastungen abdecken. Klasse 0 bedeutet keinen geprüften Windwiderstand, während die höheren Klassen zunehmend stärkere Druckkräfte abdecken. Die Klasse ist damit ein objektiver Vergleichswert, anhand dessen sich Tore hinsichtlich ihrer Windstabilität gegenüberstellen lassen.

Windlastklassen 0 bis 5

Die Einteilung in sechs Klassen erlaubt eine gestufte Auswahl entsprechend dem tatsächlichen Bedarf. Niedrige Klassen genügen für geschützte Standorte oder Innenbereiche, in denen praktisch kein Winddruck auftritt. Mit steigender Exposition, größerer Toröffnung und zunehmender Gebäudehöhe steigt der erforderliche Windwiderstand und damit die benötigte Klasse.

Wesentlicher Einflussfaktor ist die Größe der Torfläche. Je breiter und höher ein Tor ist, desto größer ist die Angriffsfläche für den Wind und desto höher fällt die resultierende Belastung des Behangs aus. Große Außentore benötigen deshalb häufig konstruktive Verstärkungen, um eine höhere Windlastklasse zu erreichen. Welche Toröffnungen infrage kommen, zeigt der Bereich Größen.

Konstruktive Maßnahmen für hohen Windwiderstand

Um höhere Windlastklassen zu erreichen, kommen verschiedene konstruktive Lösungen zum Einsatz. Eine zentrale Rolle spielt der Windriegel, der den Behang seitlich in der Laufschiene hält und verhindert, dass er bei Winddruck aus der Führung springt. Bei flexiblen Behängen sorgen außerdem eingearbeitete Verstärkungen, robuste Führungsprofile und ein durchdachtes Zipper-System für die nötige Stabilität, das den Behang nach einem Anfahren selbsttätig wieder in die Führung einfädelt.

Diese Maßnahmen erhöhen die Windstabilität, ohne die hohe Öffnungsgeschwindigkeit eines Schnelllauftors zu beeinträchtigen. Gerade an exponierten Standorten ist es wichtig, dass das Tor auch bei Wind zuverlässig öffnet und schließt, ohne dass der Behang verklemmt oder die Dichtung verliert.

Bedeutung für die Auswahl

Für die Auswahl eines Tors ist die nach EN 12424 deklarierte Windlastklasse eine zentrale Kenngröße. Sie sollte zur örtlichen Windlast passen, die sich aus der Windzone, der Geländekategorie und der Höhe des Gebäudes ergibt. Eine zu niedrig gewählte Klasse führt dazu, dass der Behang bei Sturm aus der Führung gedrückt wird oder Schaden nimmt; eine deutlich höhere Klasse als nötig verursacht unnötigen konstruktiven Aufwand.

Neben dem Windwiderstand sind bei Außentoren auch die Dichtheit und der Wärmedurchgang relevant, weil ein durch Wind verformter Behang seine Abdichtung verlieren kann. Windlastklasse, U-Wert und Dichtheit sind daher gemeinsam zu betrachten, wenn ein Tor für einen exponierten Standort ausgelegt wird.

Einordnung und Praxis

Die EN 12424 ist eine der ergänzenden Normen, auf die die Produktnorm EN 13241 verweist. Gemeinsam mit der Nutzungssicherheit nach EN 12453 und den weiteren Leistungsmerkmalen ergibt sich daraus das vollständige Eigenschaftsprofil eines Tors, das in der Leistungserklärung dokumentiert und mit der CE-Kennzeichnung bestätigt wird.

Welche Windlastklasse für einen konkreten Standort sinnvoll ist, lässt sich über den Konfigurator eingrenzen, der Standort und Toröffnung berücksichtigt. Hintergründe zur Technik und weiteren Leistungswerten bietet die Hauptseite Schnelllauftor, und der Bereich Außenbereich zeigt, worauf es bei windexponierten Einbauten ankommt.

Verwandte Begriffe

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Häufige Fragen

Was regelt die EN 12424?

Die EN 12424 regelt den Windwiderstand von Toren. Sie legt fest, wie der Winddruck geprüft wird, und teilt Tore in die Windlastklassen 0 bis 5 ein. Je höher die Klasse, desto höher der zulässige Winddruck.

Welche Windlastklasse braucht ein Außentor?

Das hängt vom Standort, der Gebäudehöhe und der Toröffnung ab. Geschützte Innenhöfe kommen mit niedrigen Klassen aus, exponierte Außentore an hohen Hallen benötigen höhere Klassen. Die konkrete Anforderung ergibt sich aus der örtlichen Windlast.

Gilt die EN 12424 auch für Innentore?

Im Inneren wirkt in der Regel kein Winddruck, sodass dort meist die niedrigste Klasse genügt. Maßgeblich wird die Norm bei Außentoren und bei Toren, die Bereiche mit Druckunterschieden oder starker Zugluft trennen.

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