Glossar
Absturzsicherung
Eine Absturzsicherung ist eine Sicherheitseinrichtung, die das unkontrollierte Herabfallen des Behangs verhindert, wenn ein tragendes Bauteil ausfällt.
Eine Absturzsicherung ist eine Sicherheitseinrichtung, die das unkontrollierte Herabfallen des Behangs verhindert, wenn ein tragendes Bauteil ausfällt. Sie greift in dem Moment ein, in dem etwa eine Welle bricht, ein Antrieb versagt oder ein Aufhängeelement reißt, und hält den Behang zurück, bevor er auf darunter befindliche Personen oder Gegenstände fallen kann. Damit ist die Absturzsicherung ein wesentlicher Bestandteil der Sicherheit eines Schnelllauftors.
Aufgabe und Notwendigkeit
Bei einem Schnelllauftor wird der Behang über eine Wickelwelle auf- und abgewickelt und vom Antrieb gehalten. Im normalen Betrieb tragen diese Bauteile das Gewicht des Behangs sicher. Versagt jedoch ein tragendes Element, etwa durch Materialermüdung oder einen mechanischen Defekt, besteht die Gefahr, dass der Behang ungebremst herabfällt. Da sich unter einem Tor häufig Personen oder Fahrzeuge befinden, kann ein solcher Absturz schwere Folgen haben.
Die Absturzsicherung begegnet dieser Gefahr, indem sie im Fehlerfall sofort eingreift und den Behang zurückhält. Sie ist damit eine Schutzeinrichtung, die nicht im Normalbetrieb wirkt, sondern ausschließlich im Versagensfall. Ihre Zuverlässigkeit ist entscheidend, weil sie im seltenen, aber kritischen Ernstfall funktionieren muss.
Funktionsweise
Technisch wird die Absturzsicherung häufig als mechanische Fangvorrichtung ausgeführt. Sie erkennt eine plötzlich auftretende Übergeschwindigkeit des Behangs, wie sie bei einem freien Fall entsteht, und blockiert die Bewegung augenblicklich. Dazu greift sie entweder an der Welle ein oder verkeilt den Behang in der Laufschiene, sodass er nicht weiter herabsinken kann.
Ein wesentlicher Vorteil mechanischer Fangvorrichtungen ist, dass sie rein mechanisch arbeiten und keine Stromversorgung benötigen. Sie funktionieren also auch dann, wenn die Steuerung oder der Antrieb ausgefallen ist, was sie für den Fehlerfall besonders geeignet macht. Die Auslösung erfolgt allein durch die physikalisch bedingte Beschleunigung, die bei einem Absturz auftritt.
Normative Anforderungen
Die Anforderungen an die Sicherheit kraftbetätigter Tore ergeben sich aus den einschlägigen Normen. Die EN 13241 als Produktnorm für Tore verweist auf die sicherheitstechnischen Anforderungen, zu denen auch der Schutz vor herabfallenden Bauteilen gehört. Ein Tor muss demnach so beschaffen sein, dass von ihm keine Gefahr durch einen herabstürzenden Behang ausgeht.
Die Absturzsicherung ist eines der Mittel, mit denen diese Anforderung erfüllt wird. Sie ergänzt die übrigen Sicherheitseinrichtungen wie Lichtschranke und Schließkantensicherung, die im normalen Betrieb das Schließen auf Hindernisse verhindern. Während diese Einrichtungen den laufenden Betrieb absichern, greift die Absturzsicherung im Fall eines Bauteilversagens. Gemeinsam bilden sie ein abgestuftes Sicherheitskonzept.
Bedeutung bei verschiedenen Tortypen
Die Bauart der Absturzsicherung hängt vom Tortyp und vom Gewicht des Behangs ab. Bei einem leichten PVC-Tor sind die wirkenden Kräfte geringer als bei einem schweren Tor mit isoliertem Behang. Entsprechend wird die Absturzsicherung auf das jeweilige Tor und seine Größe ausgelegt. Für große und schwere Tore ist eine robuste Fangvorrichtung besonders wichtig, weil hier im Versagensfall hohe Kräfte auftreten.
Auch der Einsatzort spielt eine Rolle. An stark frequentierten Durchfahrten in der Industrie und Produktion, unter denen ständig Personen und Fahrzeuge passieren, ist der Schutz durch eine Absturzsicherung besonders bedeutsam. Die passende Ausführung lässt sich gemeinsam mit Tortyp und Größe im Konfigurator abstimmen.
Prüfung und Wartung
Da die Absturzsicherung im Normalbetrieb nicht in Erscheinung tritt, ist ihre regelmäßige Prüfung besonders wichtig. Nur eine funktionsfähige Fangvorrichtung erfüllt im Ernstfall ihren Zweck. Im Rahmen der planmäßigen Reparatur und Wartung wird daher kontrolliert, ob die Auslösemechanik leichtgängig ist und die Vorrichtung im Auslösefall sicher greift.
Bewegliche Teile werden auf Verschleiß und Korrosion geprüft, und die Auslösefunktion wird nach Herstellervorgabe getestet. Eine konsequente Wartung stellt sicher, dass die Absturzsicherung jederzeit einsatzbereit ist. So bleibt das Schnelllauftor auch im unwahrscheinlichen Fall eines Bauteilversagens für Personen darunter sicher, und die Schutzfunktion ist im entscheidenden Moment gewährleistet.
Abgrenzung zu anderen Schutzfunktionen
Die Absturzsicherung wird gelegentlich mit anderen Sicherheitseinrichtungen verwechselt, erfüllt aber eine eigenständige Aufgabe. Eine Lichtschranke und eine Schließkantensicherung verhindern, dass das Tor im laufenden Betrieb auf ein Hindernis schließt. Sie wirken also auf das gesteuerte, beabsichtigte Schließen. Die Absturzsicherung dagegen greift unabhängig von der Steuerung im Fall eines mechanischen Versagens und hält den Behang zurück, wenn ein tragendes Bauteil seine Funktion verliert.
Diese klare Abgrenzung ist wichtig, weil die verschiedenen Schutzfunktionen unterschiedliche Gefahren abdecken. Erst ihr Zusammenspiel ergibt ein vollständiges Sicherheitskonzept. Während die betrieblichen Schutzeinrichtungen den Alltag absichern, ist die Absturzsicherung die Reserve für den seltenen, aber kritischen Versagensfall. Beide Ebenen müssen vorhanden und funktionsfähig sein, damit das Tor in jeder Situation sicher bleibt.
Auslegung nach Beanspruchung
Die Auslegung der Absturzsicherung richtet sich nicht nur nach dem Gewicht des Behangs, sondern auch nach der Beanspruchung des Tors. An einer Durchfahrt mit hoher Taktung, die täglich sehr oft bewegt wird, sind die tragenden Bauteile stärker beansprucht, was das Risiko eines Verschleißversagens über die Lebensdauer erhöht. Hier kommt der Absturzsicherung als letzter Rückfallebene besondere Bedeutung zu. Die Fangvorrichtung wird auf das jeweilige Tor und seine Nutzung abgestimmt, sodass sie auch bei intensiver Beanspruchung zuverlässig greift. Die geeignete Ausführung lässt sich gemeinsam mit Tortyp und Größe im Konfigurator für die jeweilige Anwendung festlegen.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Wovor schützt eine Absturzsicherung?
Sie verhindert, dass der Behang unkontrolliert herabstürzt, wenn ein tragendes Bauteil wie eine Welle, ein Antrieb oder ein Aufhängeelement ausfällt. Dadurch werden Personen unter dem Tor vor dem herabfallenden Behang geschützt.
Ist eine Absturzsicherung vorgeschrieben?
Kraftbetätigte Tore müssen nach den geltenden Normen so beschaffen sein, dass von ihnen keine Gefahr durch herabfallende Teile ausgeht. Die Absturzsicherung ist Teil dieser sicherheitstechnischen Anforderungen und gehört zur normgerechten Ausführung.
Wie funktioniert eine Absturzsicherung mechanisch?
Verbreitet sind Fangvorrichtungen, die bei plötzlich auftretender Übergeschwindigkeit auslösen und den Behang an der Welle oder in der Laufschiene blockieren. Sie wirken rein mechanisch und benötigen keine Stromversorgung.
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