Ratgeber

Schnelllauftor richtig ausmessen

Ein Schnelllauftor passt nur, wenn die Maße stimmen. Wer die Öffnung sauber ausmisst, vermeidet Fehlbestellungen, Nacharbeit und Verzögerungen bei der Montage. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, welche Maße Sie nehmen müssen, worauf es bei jedem ankommt und welche typischen Fehler Sie vermeiden sollten.

Die vier entscheidenden Maße

Für die Planung eines Schnelllauftors zählen vier Werte. Jeder davon hat einen direkten Einfluss auf die mögliche Bauart:

  1. Lichte Breite: das freie Durchfahrtsmaß von Laibung zu Laibung.
  2. Lichte Höhe: der Abstand vom fertigen Boden bis zur Oberkante der Öffnung.
  3. Sturzhöhe: der Platz über der Öffnung für Welle und Antrieb.
  4. Seitenraum: der freie Platz links und rechts neben der Öffnung.

Diese vier Maße bilden das Grundgerüst. Welche Standardformate daraus entstehen, sehen Sie auf der Seite Größen – etwa das gängige 3×3 m oder das größere 4×4 m.

Lichte Breite und Höhe richtig nehmen

Messen Sie immer die lichte Öffnung, nicht das Rohbaumaß. Die lichte Breite ist der schmalste freie Abstand zwischen den seitlichen Laibungen – messen Sie oben, in der Mitte und unten, denn Wände sind selten exakt parallel. Den kleinsten Wert nehmen Sie als maßgeblich an.

Bei der lichten Höhe gilt dasselbe Prinzip: Messen Sie vom fertigen Boden – nicht vom Rohboden – bis zur Oberkante der Öffnung. Ist eine Bodenbeschichtung oder ein Estrich noch geplant, rechnen Sie diese Höhe ein, sonst sitzt das Tor später zu tief.

Sturzhöhe: der Platz über der Öffnung

Die Sturzhöhe ist der häufigste Stolperstein. Sie beschreibt den Raum zwischen der Oberkante der Öffnung und der Decke beziehungsweise dem nächsten Hindernis. Hier sitzt bei den meisten Toren die Wickelwelle mit dem aufgerollten Behang. Je nach System werden rund 400 bis 650 mm benötigt.

Ist der Sturz zu niedrig, scheidet die Standardbauart aus. Dann kommen platzsparende Alternativen wie ein Spiraltor infrage, das den Behang besonders kompakt führt. Mehr zum Zusammenhang von Sturz und Seitenraum lesen Sie im Ratgeber zu diesem Thema – verlinkt über den Konfigurator.

Seitenraum nicht vergessen

Links und rechts der Öffnung müssen die Führungsschienen und bei vielen Toren der Antrieb Platz finden. Prüfen Sie, ob Stützen, Regale, Schaltschränke oder Leitungen im Weg sind. Auf einer Seite sitzt in der Regel der Antrieb und braucht etwas mehr Raum. Notieren Sie den verfügbaren Seitenraum separat für links und rechts.

Tabelle: Maße und ihre Bedeutung

MaßWas wird gemessenWarum es zählt
Lichte Breitefreier Abstand zwischen den Laibungenbestimmt die Torbreite
Lichte Höhefertiger Boden bis Oberkante Öffnungbestimmt die Torhöhe
SturzhöheRaum über der ÖffnungPlatz für Welle und Antrieb
Seitenraumfreier Platz links und rechtsPlatz für Schienen und Antrieb
Bodenbeschaffenheiteben, geneigt, Gefällebeeinflusst Abdichtung unten

Häufige Messfehler vermeiden

Einige Fehler treten immer wieder auf. Wer sie kennt, umgeht sie leicht:

  • Rohbaumaß statt lichtes Maß: führt fast immer zu einem zu großen Tor.
  • Nur an einer Stelle gemessen: ungerade Wände werden übersehen.
  • Sturzhöhe vergessen: die Standardbauart passt dann nicht.
  • Bodenaufbau nicht eingerechnet: das Tor sitzt zu tief.
  • Hindernisse im Seitenraum ignoriert: Schienen oder Antrieb kollidieren.

Für die Außenfassade kommt die Windlastklasse hinzu, die zwar kein Maß ist, aber die Konstruktion mitbestimmt. Bei Toren in der Gebäudehülle nach Schnelllauftor Außen sollte sie früh mitgedacht werden.

Boden und Untergrund mitdenken

Ein oft übersehener Punkt ist der Boden vor und unter der Öffnung. Ein ebener, tragfähiger Untergrund ist die Voraussetzung für eine saubere Bodenabdichtung. Hat der Boden ein Gefälle – etwa zur Entwässerung – muss das beim Aufmaß erfasst werden, denn der Behang muss unten dicht abschließen. Ein schräger Boden, der nicht berücksichtigt wird, hinterlässt einen keilförmigen Spalt, durch den Zugluft und Schmutz dringen.

Auch die Beschaffenheit zählt: Asphalt, Beton oder eine Bodenbeschichtung verhalten sich unterschiedlich, und eine geplante spätere Beschichtung verändert die effektive Höhe. Notieren Sie deshalb nicht nur das Höhenmaß, sondern auch den Zustand und etwaige Neigungen des Bodens.

Maße im Zusammenhang mit der Bauart

Die genommenen Maße entscheiden direkt über die mögliche Bauart. Reicht der Sturz für ein Standard-Wickeltor, ist die Auswahl breit. Ist er knapp, kommen platzsparende Lösungen wie ein Spiraltor oder ein Schnelllaufrolltor infrage. Auch der Behang hängt am Maß: Sehr breite Öffnungen verlangen einen entsprechend stabilen Behang und eine kräftige Mechanik, damit das Tor seine Öffnungsgeschwindigkeit hält.

Es lohnt sich deshalb, die Maße nicht isoliert zu betrachten, sondern gleich mit der Frage zu verbinden, welche Bauart und welcher Behang dazu passen. Genau diese Verknüpfung nimmt Ihnen ein Konfigurator ab, der aus den Maßen die möglichen Optionen ableitet.

Wann ein Aufmaß vor Ort sinnvoll ist

Für eine erste Auswahl genügen Ihre eigenen Maße. Vor der verbindlichen Bestellung ist ein fachgerechtes Aufmaß vor Ort jedoch empfehlenswert, besonders bei großen Öffnungen, schiefen Laibungen oder geneigten Böden. So lassen sich Überraschungen bei der Montage ausschließen. Wie das spätere Reparatur und Wartung organisiert ist, klären Sie am besten im selben Zug.

Fazit

Wer Breite, Höhe, Sturz und Seitenraum sorgfältig nimmt und die typischen Fehler vermeidet, schafft die Grundlage für ein passgenaues Schnelllauftor. Tragen Sie Ihre Maße direkt in den Konfigurator ein – dort sehen Sie sofort, welche Bauarten infrage kommen, und können Ihre Konfiguration unverbindlich anfragen.

Häufige Fragen

Welche Maße brauche ich für ein Schnelllauftor?

Lichte Breite, lichte Höhe, Sturzhöhe über der Öffnung und der Seitenraum links und rechts. Ohne diese vier Werte lässt sich kein Tor sauber planen.

Was ist die lichte Öffnung?

Die lichte Öffnung ist das freie Durchfahrtsmaß zwischen den Laibungen, nicht das Mauerwerksmaß. Sie ist die Grundlage jeder Torplanung.

Wie genau muss ich messen?

So genau wie möglich, am besten an mehreren Stellen. Schon wenige Zentimeter Abweichung können entscheiden, ob ein Tor passt oder nachgearbeitet werden muss.

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